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Von Brezeln und solchen die es werden wollen

Sonntag, 16. September 2012

Ich kann nicht anders, ich muss mich jetzt doch mal zu Wort melden. Ich verwehre mich gegen die Enteignung meiner Persönlichkeitsrechte, ich bin es leid, für jeden Zweck missbraucht zu werden und dafür sogar meine Dreiteilung in Kauf nehmen zu müssen. Wo doch jeder Schwabe weiß, dass ich aus einem Stück geschlungen werde. Das ist mein Ursprung und so möchte ich auch abgebildet werden. Oder wie fänden Sie es, wenn man mit Ihnen Werbung macht, aber der Kopf auf der Schulter und der Arm auf dem Hals sitzt. Einem wahren Bürger Stuttgarts könnte so ein Fauxpas nicht passieren. Die Geschichte meiner Zweckentfremdung beginnt mit der Verleumdung, ich hätte etwas mit einem Anschlag auf das Leben des amerikanischen Präsidenten im Januar 2002 zu tun. Gut, dass die Welt an George W. nicht viel verloren hätte, ist die eine Seite, aber es tut besonders weh, wenn mir, die ich mich einzig der Freude am Genuss verpflichtet habe, ein solches Verbrechen angelastet wird. Ein weiterer Versuch, meine Integrität zu untergraben, sind die sogenannten Backshops, die eigentlich Aufbackshops heißen müssten und in denen ungeniessbare, steinharte Imitate von mir, allein der erfolgreichen Werbung wegen, verkauft werden. Und jetzt kommt da dieser Möchtegern-Turner daher und verunstaltet mein Antlitz mit einem Bild von mir, auf dem ich mir selbst dreigeteilt die Hände schüttle. Das Bild soll verbindend wirken, dabei grenzt der sich doch ab und mich von mir. Meinetwegen kann der sich, so lang er will, selbst die Hände schütteln, aber mich so zu zeigen, ist einfach die Höhe, das ist mir in tausend Jahren Brezelgeschichte noch nicht untergekommen.